Ein persönliches Wort: Warum für „#jugend kämpft“ kandidieren?

 

Warum ich für „jugendkaempft“ und also für die KPÖ kandidiere – ein Text von Andreas Auzinger

Mein Name ist Andreas Auzinger, ich bin 21 Jahre alt, wohne in Peterskirchen im Bezirk Ried im Innkreis und arbeite als Betriebslogistikkaufmann. Kurz nach der PTS fand ich keine Arbeit, da ich zuerst nicht genau wusste, was ich eigentlich machen wollte. Das AMS sch

ickte mich daher in die sogenannte „Produktionsschule“ vom BFI, wo man angeblich auf den Berufsalltag vorbereitet werden soll. Ich und zirka 20 andere Jugendliche arbeiteten entweder im technischen Bereich, in einem Lokal, das dem BFI gehört, oder in der Lagerabteilung. Ich hatte das „Glück“ im Bereich Lager aufgenommen zu werden. Dort „durften“ wir immer ran, wenn das BFI oder die WKO beispielsweise Unterlagen für Kurse gebraucht hat. Zusammenstellen von Unterlagen also und natürlich das obligatorische Aufräumen beim BFI oder auch der AK. Für jedes Widerwort, jedes Zögern oder sonstiges gab es sofort eine „Strafarbeit“ – man musste eine halbe Stunde länger bleiben. Nach einem halben Jahr Produktionsschule wechselte ich zu dem sogenannten „BAG-Kurs“ (wo man über das BFI eine Lehre macht).  Drei in der Woche machte ich bei einem Praktikumsbetrieb die – man kann es so sagen – Drecksarbeit, wofür die „normalen“ Angestellten zu „teuer“ waren und zwei Tage in der Woche wurde uns im BFI neoliberale Propaganda eingeimpft. Wir seien doch selber Schuld an unserer Situation, jeder der arbeiten wolle bekomme doch Arbeit. Dafür gab es 300 Euro in den ersten beiden Lehrjahren, 680 Euro im dritten. Viele der Angestellten beim BFI, die uns dauernd gesagt haben, wie ungeschickt wir uns doch anstellen und dass es kein Wunder ist, dass wir keine Arbeit bekommen, da wir einfach dumm und faul wären, sind Funktionäre der SPÖ und wollen uns jetzt einreden, dass sie eine soziale Wende einleiten wollen. Beim BAG gab es dann die Möglichkeit, einen Jugendvertrauensrat zu wählen – ich war natürlich sofort dabei. Des Öfteren verteidigte ich andere Kursteilnehmer vor Angriffen durch Trainer (oft mit der Androhung, dass man ja auch gleich das Arbeitsverhältnis beenden könnte) und einmal hat uns ein etwas nachsichtiger Trainer sogar hinter vorgehaltener Hand verraten, dass wegen mir eine andere Trainerin, die mir und einem Kollegen vorgeworfen hat, wir würden nichts tun, dazu gebracht hatten zu kündigen. Ich hatte Glück und fand im Gegensatz zu vielen Kollegen eine Arbeit; die meisten haben nach Ende des BAG-Kurses keine Arbeit gefunden, was für sie bedeutet, erneut Kurse zu machen.

Mir wurde bewusst, dass in unserem jetzigen Wirtschaftssystem nur die Interessen der Konzerne und der Reichen im Vordergrund stehen. Das BFI war Teil davon, denn Unternehmen bekommen dabei gratis Arbeitskräfte, die vom Steuergeld bezahlt werden. Die Grundidee aus der ehemaligen DDR ist dabei eigentlich gar nicht so schlecht: überbetriebliche Lehrwerkstätten, damit man zuerst die Fähigkeiten erlernt, bevor man ins ernsthafte Berufsleben einsteigt. Doch in unserem kapitalistischen System wird diese Errungenschaft des Realsozialismus pervertiert und führt anstatt zu weniger am Ende zu mehr Ausbeutung. Während ich in die Produktionsschule kam, fing ich an mich politisch zu engagiere: 2013 wählte ich die KPÖ, 2015 war ich Kandidat bei den oberösterreichischen Gemeinderats- und Landtagswahlen und wurde Parteimitglied. Als ich das erste Mal das Kommunistische Manifest gelesen habe, wurde mir klar, dass Marx immer noch aktuell ist. Deshalb kandidiere ich für die Kampagne „#jugendkaempft“! Weil wir ein Wirtschaftssystem brauchen, welches im Dienst der Menschen steht und nicht umgekehrt! Es darf nicht sein, dass der Staat kostenlose Arbeitskräfte verschenkt! Das System BAG & Produktionsschule muss schnellstmöglich abgedreht werden und stattdessen muss der Druck auf Firmen erhöht werden Lehrlinge einzustellen. Das ganze natürlich zu einer ordentlichen Lehrlingsentschädigung von mindestens 700 Euro netto. Doch mir geht es nicht nur um die Situation arbeitsloser Jugendlicher in Österreich, sondern um das große ganze. Wir müssen den Weg gehen in Richtung Sozialismus. So ähnlich, wie es einige Länder bereits vorleben. Darunter auch Kuba, das leuchtende Beispiel für eine freie Welt, welches seit Jahrzehnten von den USA bedroht und wirtschaftlich zermürbt wird. Trotz dieser Lage, steht es gut um das Land. Wie sähe es aus, wenn die US-Imperialisten die Finger von Kuba ließen? Auch die Erfahrungen des Realsozialismus dürfen wir nicht einfach so vergessen! Trotzdem die Systeme im Osten mache Mängel hatten, waren sie doch eine Systemalternative, welche die Kapitalisten beispielsweise dazu zwang, etwas mehr von ihrem Gewinn abzugeben. Ohne  die Alternative im Osten, wäre die „Sozialpartnerschaft“ – immer hochgehalten von der SPÖ – unmöglich gewesen. Doch jetzt da der Realsozialismus weg ist, müssen wir wieder selbst kämpfen lernen oder wir werden bald wieder zustände haben, wie „in der guten alten Zeit“ (des Kapitals). Nein zum Faulen Zauber des Kapitalismus! Oder wie Liebknecht in einem alten DDR-Film zitiert wird: „Enteignung der Fürsten und Junker! Enteignung der Konzerne und Banken! Das sind die Mindestforderungen!“